Gesundheitsprüfung: Das sollten Sie wissen

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Wir alle leben immer länger und bleiben dabei gesund und aktiv. Dennoch ist vorgeschrieben, dass man ab einem Alter von 70 Jahren alle 2 Jahre zu einer vertrauensärztlichen Untersuchung muss. Dort wird die allgemeine körperliche Verfassung untersucht und geprüft, ob man noch fahrtauglich ist.

Dass diese Untersuchung viele Fragen aufwirft und zu einigen Unsicherheiten führt, ist ganz normal. Schliesslich hängt von der Untersuchung viel ab. Muss der Führerausweis abgegeben werden, bedeutet das grosse Einbussen im Hinblick auf Lebensqualität, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit.

Glücklicherweise haben Sie die Möglichkeit, sich auf die Untersuchung und deren Ablauf vorzubereiten. So wissen Sie bereits früh genug, was auf Sie zukommt.

Gesetzliche Regelungen

Die Regelungen zur Untersuchung finden Sie in Artikel 15d Absatz 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) und in Artikel 27 der Verkehrszulassungsverordnung (VZV).

In Artikel 15d SVG ist festgelegt, dass alle Personen ab dem vollendeten 70. Lebensjahr alle zwei Jahre zu einer vertrauensärztlichen Untersuchung gebeten werden. Wenn es schon Beeinträchtigungen gibt, kann die Untersuchung auch häufiger stattfinden.

Artikel 27 VZV regelt den Ablauf und Umfang der Untersuchung. So muss die Untersuchung unter der Verantwortung eines Arztes durchgeführt werden. Die kantonale Behörde kann zudem entscheiden, ob die Untersuchung ausgedehnt oder eingeschränkt werden kann.

Wer genau die Untersuchung durchführt, hängt vom jeweiligen Kanton ab.

Medizinische Mindestanforderungen

Auch die Mindestanforderungen, die erfüllt werden müssen, um den Führerausweis zu behalten, sind gesetzlich geregelt. Abhängig davon, in welche Kategorie der Führerausweis fällt, gibt es unterschiedliche Anforderungen.

In jedem Fall werden Hör- und Sehfähigkeit sowie die Funktionsfähigkeit des Nervensystems und der Atmungsorgane geprüft. Zudem darf das Kreislaufsystem nicht beeinträchtigt sein und es dürfen keine schweren Stoffwechselerkrankungen vorliegen.

Den vollständigen Katalog finden Sie zum Nachlesen auch im Anhang 1 der VZV.

Der Arzt ist verpflichtet, sämtliche Ergebnisse der Untersuchung in ein Formular einzutragen und an die Behörden weiterzuleiten. Aus diesem Formular können weitere Informationen abgelesen werden. So werden zum Beispiel Daten zu Herzfrequenz in Ruhe und nach Bewegung, Sehschärfe und Blutdruck festgehalten, ebenso wie Informationen zu Motorik und Sensibilität.

Zum 01.07. dieses Jahres wurden die Mindestanforderungen für den Behalt vom Führerausweis aktualisiert. Sämtliche Neuerungen stehen als pdf zum Download zur Verfügung. Insgesamt werden die Anforderungen nun detaillierter betrachtet und wurden um zusätzliche Anforderungen ergänzt.

Wichtig zu wissen

Wird während der Untersuchung festgestellt, dass nur geringe Einschränkungen bestehen, kommt es nicht direkt zum Führerausweisentzug. Vielmehr werden Auflagen erteilt, bei deren Einhaltung man dennoch mit dem Auto fahren darf. So wird sichergestellt, dass ältere Menschen solange wie möglich mit dem eigenen Auto mobil bleiben.

Mögliche Auflagen können zum Beispiel sein, dass nur noch bestimmte Strecken gefahren werden dürfen. Weist der Autofahrer nach, dass er die Strecke kennt und sie sicher fährt, so kann ihm der Führerausweis für genau diese Strecke erhalten bleiben.

In anderen Fällen kann zum Beispiel angeordnet werden, dass nur noch Fahrten am Tag, nicht aber Nachtfahrten erlaubt sind oder dass bestimmte Hilfsmittel wie Bremsassistent oder Automatikgetriebe eingesetzt werden müssen.

Fazit

Manchmal können gesundheitliche Probleme die Fahrtauglichkeit einschränken. Der Arzt entscheidet dann nach der Untersuchung, ob die medizinischen Voraussetzungen für das Autofahren erfüllt werden oder eben nicht mehr.

Wichtig zu wissen: Nicht immer steht gleich der Führerausweisentzug an. Am wichtigsten ist es, dass Sie so lange wie möglich eigenständig mobil bleiben können. Daher wird vor dem Entzug des Führerausweises abgewägt, ob die Fahrerlaubnis eingeschränkt werden kann.

Wenn Sie denken, dass Ihnen der Führerausweis zu Unrecht entzogen wurde, können Sie sich dagegen wehren! Laden Sie sich dazu unseren kostenlosen Leitfaden „Führerausweis weg – wie wehre ich mich?“ herunter. In diesem erhalten Sie Tipps, an wen Sie sich wenden können und was Sie beachten müssen, wenn Sie gegen den Führerausweisentzug vorgehen möchten.

 

 

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