Fahren ohne Führerschein – eine Checkliste für Sie und Ihre Eltern

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Mit dem Alter kommen auch körperliche Veränderungen auf Sie und Ihre Eltern zu. Wenn der Verlust des Führerscheins droht, sollten Sie sich schon frühzeitig mit Alternativen zum Auto auseinandersetzen. Mit unserer Checkliste bereiten Sie sich ganz entspannt auf den Umstieg vor.

Aktives Vorbereiten auf die Abgabe des Führerscheins

Ab dem 70. Lebensjahr müssen Ihre Eltern zur obligatorischen Gesundheitsprüfung, bei der die Gesundheit und vor allem die Fahrtauglichkeit geprüft werden. Die Untersuchung findet alle 2 Jahre statt.

Nach der Untersuchung entscheidet der Hausarzt, ob Ihre Eltern den Führerschein behalten dürfen oder ob Sie ihn abgeben müssen. Wenn Ihre Eltern selbst merken, dass Sie sich im Auto nicht mehr so sicher fühlen, können sie ihren Führerschein auch freiwillig abgeben.

In jedem Fall steht dann die Frage im Raum, wie man ohne Führerschein fahren soll, wie man unabhängig und mobil bleibt. Diese Frage beschäftigt Eltern und Kinder gleichermassen. Denn die Eltern wollen selbstständig bleiben, die Kinder machen sich Sorgen oder haben Angst, dass sie sich neben ihrer Arbeit auch noch um Fahrten für die Eltern kümmern sollen.

Hier hilft es, dass sich alle Beteiligten offen austauschen und über die neuen Herausforderungen sprechen. Gut zu wissen: Das Fahren ohne Führerschein ist möglich und es gibt gute Alternativen zum Auto, die es Ihren Eltern ermöglichen, aktiv zu bleiben. Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem E-Book „Meine Eltern werden älter – was kommt auf mich zu?“

Wenn Sie sich bereits im Vorfeld Gedanken darüber machen, sind Sie für den Fall, dass der Führerschein abgegeben wird, bestens vorbereitet.

Möglichkeiten ohne Führerschein zu fahren

Steht das Auto nicht mehr zur Verfügung, haben Sie eine Vielzahl an Alternativen. Dazu gehören: öffentliche Verkehrsmittel, Taxi, Fahrdienste, Velo und Elektromobile.

Prüfen Sie, welche Möglichkeiten für Sie und Ihre Eltern praktikabel sind. Öffentliche Verkehrsmittel zum Beispiel eignen sich in der Stadt hervorragend, in ländlichen Gegenden dagegen kann es sein, dass der Bus nur unregelmässig fährt.

Informationen sammeln

Sammeln Sie alle Informationen, die Sie zu den verschiedenen Möglichkeiten finden können. Dazu gehören zum Beispiel Fahrpläne und Streckennetze für die öffentlichen Verkehrsmittel, Preise und Verfügbarkeit für Taxi und Fahrdienste, ausgebaute Velowege für Fahrten mit dem Velo sowie Hersteller und Modelle für Elektromobile.

Schreiben Sie für jedes einzelne Verkehrsmittel auf, welche Vor- und Nachteile dieses hat, welche Kosten damit verbunden sind und ob Flexibilität und Komfort vorhanden sind. Wenn Ihre Eltern aktive Autofahrer sind, werden Sie auf die Flexibilität und den Komfort eines Autos nur schwer verzichten wollen. Daher ist es gut, wenn Sie darüber bereits frühzeitig sprechen.

Am besten ist es natürlich, wenn Sie die Tabelle gemeinsam mit Ihren Eltern ausfüllen. Sie können sie aber auch alleine anfertigen und als Vorbereitung mit in das Gespräch mit Ihren Eltern nehmen.

Probieren Sie das Fahren ohne Führerschein aus

Es geht nichts über einen Praxistest. Meist sind es immer wieder dieselben Fahrten, die anstehen: Startpunkt ist das eigene Zuhause, Ziel sind Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Freunde und Bekannte oder regelmässige Vereinstermine.

Damit Sie genau wissen, was auf Ihre Eltern zukommt, wenn diese vom Auto auf Alternativen umsteigen, testen Sie die Fahrten einfach. Fahren Sie die Strecken mit Bus und Tram, setzen Sie sich ins Taxi, fahren Sie mit dem Velo – entweder alleine oder mit Ihren Eltern gemeinsam.

Notieren Sie alles, was Ihnen auffällt. Wie kompliziert ist das Ein- und Aussteigen im Bus? Funktioniert das Umsteigen gut? Sind die Velowege befestigt und sicher? Wie viel kostet das Taxi und ist der Taxifahrer bereit, Ihnen beim Ein- und Ausladen von Einkäufen zu helfen?

Mit diesen Informationen erweitern Sie die Tabelle und haben so eine gute Grundlage zur Entscheidungsfindung.

Führerschein einschränken statt abgeben

Wussten Sie, dass es die Möglichkeit gibt, den Führerschein einschränken zu lassen statt ihn abzugeben?

Auch wenn die Gesundheitsprüfung zeigt, dass Ihre Eltern nicht mehr mit dem Auto fahren können, können Sie den Amtsarzt davon überzeuge, dass er den Führerschein auf bestimmte Strecken einschränkt. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn es kaum Alternativen zum Auto gibt, die Strecke nicht zu lang ist und Ihre Eltern sie so regelmässig fahren, dass sie sich auf der Strecke sicher fühlen. Zeigen Ihre Eltern dann, dass sie tatsächlich ohne Schwierigkeiten und sicher fahren, dürfen sie den Führerschein für diese Fahrten behalten.

Zusammenfassung

Aktives Vorbereiten: Freunden Sie sich so früh wie möglich mit dem Gedanken an, dass Ihre Eltern den Führerausweis irgendwann abgeben müssen oder wollen.

Möglichkeiten prüfen: Welche Alternativen zum Auto gibt es und welche kommen für Ihre Eltern infrage?

Informationen sammeln: Welche Vor- und Nachteile haben die Alternativen? Wie hoch sind die jeweiligen Kosten und wie ist der Komfort?

Ausprobieren: Testen Sie die verschiedenen Möglichkeiten in der Praxis und nehmen Sie Ihre Eltern mit.

Gesundheits-Check: Können Ihre Eltern den Führerausweis einschränken lassen anstatt ihn gleich abgeben zu müssen?

 

 

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